Warum wurde die Überleitung notwendig?
Das Regnitz-Main-Gebiet ist von Natur aus deutlich
trockener als das südliche Bayern. Gleichzeitig wird das
verfügbare Wasser in Nordbayern durch die höhere
Bevölkerungs- und Industriedichte stärker beansprucht.
Am 16. Juli 1970 beschloss der Bayerische Landtag deshalb,
einen überregionalen Wasserausgleich zwischen Donau- und
Maingebiet zu schaffen. Neben der Stützung der fränkischen
Flüsse sollte auch die Hochwassergefahr im mittleren
Altmühltal verringert werden.
Ein Großprojekt über rund drei Jahrzehnte.
Für die Umsetzung wurde 1971 das
Talsperren-Neubauamt Nürnberg gegründet. Neben den
Stauseen mussten zahlreiche Wehre, Zuleitungen und
technische Anlagen entstehen. Für die Brombachüberleitung
wurde unter anderem ein fast drei Kilometer langer Stollen
durch die Europäische Hauptwasserscheide gebaut.
Die Kanalüberleitung ging 1994, die Brombachüberleitung
1999 in Betrieb. Ende 2000 waren die Gesamtanlagen
fertiggestellt. Einschließlich Grunderwerb kostete das
Überleitungssystem rund 450 Millionen Euro.
Zwei Wege ergänzen sich bis heute.
Über den Main-Donau-Kanal werden im langjährigen Mittel
rund 125 Millionen Kubikmeter Altmühl- und Donauwasser
pro Jahr in den Rothsee gefördert. Über Altmühlsee und
Brombachsee kommen im Mittel weitere rund
25 Millionen Kubikmeter hinzu. Das gespeicherte Wasser
wird bei Bedarf in Trockenzeiten an die unterhalb
liegenden Flüsse abgegeben.
Wasserwirtschaft und Freizeit zugleich.
Rothsee und Brombachsee sind weiterhin aktive Bestandteile
des Überleitungssystems. Gleichzeitig wurden die Seen zu
einem wichtigen Naherholungs- und Urlaubsgebiet.
Rund um die Seen stehen zahlreiche Wege für Fußgänger
und Radfahrer zur Verfügung. Am Brombachsee gehören
außerdem Schifffahrt und weitere Freizeitanlagen zum
heutigen Erscheinungsbild; am Rothsee entstanden unter
anderem die Seezentren Heuberg, Grashof und Birkach.
Heute wird das wasserwirtschaftliche System vom
Wasserwirtschaftsamt Ansbach gesteuert und überwacht.
Damit erfüllen die Seen weiterhin ihre ursprüngliche
Aufgabe für den Wasserausgleich und sind zugleich ein
prägender Bestandteil des Fränkischen Seenlands.